Tamil Nadu


Tamil Nadu

Tamil Nadu, das Land der Tamilen, ist einer der faszinierendsten Staaten Indiens. Weit abgelegen im Süden, unbehelligt von den Invasionen fremder Eroberer; die in Indiens Norden einbrachen, konnte sich hier in 2000 Jahren eine eigene alte indische Kultur entfalten. Schöne Tempel zeugen von der architektonischen Vielfalt des dravidischen Klans sowie der Herrscher-Dynastien der Pallavas, Cholas und der Pandyas. Die alten Tempel mit den charakteristischen Gopurams, den Tortürmen, Pavillons und Kolonnaden sind Relikte eines kulturellen Erbes und lebendige Museen zugleich, in denen Skulpturen, Bronzebilder und Stakkaturen ebenso lebensnah betrachtet werden können wie die kunstvollen Holz- und Textilarbeiten. Tamil Nadu besitzt aber auch einige der schönsten Strände Indiens an der Coromandel-Küste, sowie auch kühle Bergstationen in seiner Gebirgskette und Wildtier- und Naturschutzparks. 

Chennai (Madras)

Chennai (Madras) hat eine 2000-jährige Geschichte. Die Tempel-Viertel der Stadt zeugen noch davon, sowie auch Mylaporem, der Hafen an der Coromandel Küste, der schon früher ein Handelsknotenpunkt war. Chinesen, Phönizier, Griechen, Römer, später Portugiesen und Franzosen, Armenier und Araber verkehrten hier und tauschten Waren. St. Thomas, einer der Apostel, landete hier im Jahre 58 n. Chr. und starb hier 72 n. Chr. den Märtyrertod. Im 16. Jahrhundert errichteten die Portugiesen im heutigen Stadtteil Mylapore eine Siedlung. Bedeutung erlangte der Ort aber erst 1639 als die East India Company hier ihre erste Handelsniederlassung in Indien gründete. Fast dreieinhalb Jahrhunderte später hat Chennai (Madras) fast 4 Millionen Einwohner und erstreckt sich über 174 qkm. Chennai (Madras) ist damit nach Kolkata (Kalkutta), Mumbai (Bombay) und Delhi die viertgrößte Stadt Indiens und ein idealer Ausgangspunkt für eine Reise in den Süden des Subkontinents.

Verkehrsverbindungen:

  Mit dem Flugzeug:
Viele internationale Airlines wie Air India, Lufthansa, British Airways, Air France, Malaysian Airlines oder Singapore Airlines fliegen Chennai (Madras) direkt an. Indian Airlines und andere private Fluglinien bieten inner-indische Verbindungen von und nach Chennai (Madras) an. Dreimal pro Woche bietet Indian Airlines Flüge von Chennai (Madras) nach Port Blair (Andamanen).

 
Mit der Bahn:
Chennai besitzt zwei Bahnhöfe, Chennai (Madras) Central und Egmore, von wo aus viele Schnell- und Expresszüge gute Verbindungen in alle Landesteile herstellen. Reservierungen sind zentral bei folgender Adresse vorzunehmen.
Chennai (Madras) -Central, Moore Market Complex, Reservation/-Enquiry
Tel. 044-563218, 563816 oder 8254333.
  Auf der Straße:
Busverbindungen von und nach Chennai (Madras) sind sehr gut ausgebaut. Reservierungen/lnformationen unter:
Tel. 044-564108 oder 566063.
  Per Schiff:
Schiffsverbindungen zwischen Chennai (Madras) und Port Blair (einmal alle zehn Tage) werden von der Shipping Corporation of India angeboten. Tel. 044-5144010.

Sehenswürdigkeiten:


Kapaleeswarar-Tempel - ein alter Shiva-Tempel und Meisterwerk der dravidischen Architektur ist er der größte Tempel in Chennai (Madras).

Sri Parthasarathy-Tempel - Dieser Krishna gewidmete Tempel wurde im 8. Jahrhundert von den Palvas errichtet.

St. Thomas Cathedral - Zwischen dem 14. und 15. Jahrhundert errichtet und heute eine historische Pilger-stätte. Auf dem St. Thomas-Berg, nahe dem Flughafen, soll der Apostel Thomas umgekommen sein.

Fort St. George - Wurde 1940 von den Briten errichtet und wird jetzt als Tamil Nadus Bundesregierungsgebäude und Verwaltungsgebäude genutzt.

St. Mary's Church ist die älteste anglikanische Kirche im Land.

Das Fort-Museum beherbergt eine Sammlung von Objekten, die noch von der East India Company stammen, wie auch zeitgenössische Gemälde.

Für Schlangen-, Echsen- und Schildkrötenliebhaber empfiehlt sich ein Besuch des Snake Park.

Theosophical Society - Liegt an einer ruhigen Stelle am Ufer des Adyar-Flusses Hier gibt es auch einen alten Abnyan-Baum zu sehen, dessen Äste sich über eine Fläche von 9000 Quadratmetern erstrecken.

Kalakashetra - Hier hat man sich dem Unterricht klassischer Tänze und Musik, dem Textildesign und der Weberei verschrieben.

Weitere Sehenswürdigkeiten:

B.M. Birla Planetanum, Marine Beach, The National Art Gallery und das Government Museum.

Zudem bietet die Stadt Chennai exzellente Unterkunfts- und Essensmöglichkeiten, wie auch eine breite Palette an Shopping-Angeboten - von qualitativ hochwertigen Baumwoll- und Seidenprodukten bis zu allerlei Schnick Schnack. 
 

Ausflüge:

Mahabalipuram (Mamallapuram) - Etwa 64 km südlich von Chennai (Madras) an der Bucht von Bengalen gelegen. Es wurde im 7. Jh. als Hafenstadt und zweite Hauptstadt des Pallavar-Reiches gegründet. Die Stadt gilt heute als Wiege der drawidischen Tempelbaukunst Südindiens. Bekannt sind die zahlreichen vollendeten und unvollendeten Monolith-Bauten und der schöne KüstentempeL

In malerischer Lage, umgeben von Sandstränden und Meer, kann man hier die wichtigsten Tempelformen studieren, die den Tempelbau in Tamil Nadu für lange Zeit prägten. So z.B. die Gruppe der fünf Rathas, aus Stein gemeißelte Monolithen, die nach den Helden des Mahabharata-Epos benannt sind.

Jedes Jahr im Januar findet hier auch das Mamallapuram Tanz-Festival statt.

Busverbindungen werden durch die Tamil Nadu Tourism Development Corporation und die India Tourism Development Corporation organisiert und bieten guten Service.

Covelong - In der Nähe dieses malerischen Fischerdorfes finden sich die Ruinen eines Forts, welches heute ein Tourist Resort beherbergt. Zudem werden hier Möglichkeiten zum Schwimmen und Windsurfen geboten.

Kanchipuram - Etwa 70 km von Chennai (Madras) entfernt liegt die einstige Hauptstadt der Pallava und der Chola mit ihrem berühmten Kanchipuram Sari und mehreren attraktiven Tempeln. Zudem gehört sie zu den sieben heiligsten Städten Indiens.

Sehenswerte Tempel:
Der Kailashnatha- und der Vaikuntaperrumal Vishnu-Tempel, ebenso der Varadaraja Vishnu-Tempel, sowie der Ekambareshwara Shiva-Tempel. Der Arunchala-Tempel mit seinem 65 m hohen Gopuram und der Ashram von Sri Ramana Maharishi sind ebenfalls beliebte Ausflugsziele.
Tiruvannamalai - Diese alte Tempelstadt beherbegt mehr als einhundert Heiligtümer. 

Chidambaram

Dieser tausendjährige Shiva-Tempel befindet sich an der Ostküste des südlichen Tamil Nadu, etwa 232 km von Chennai (Madras) entfernt. Hauptattraktion ist hier der Nataraja-Tempel mit einer Statue des tanzen-den Gottes Shiva. Auch andere, kleineren Gottheiten gewidmete Tempel befinden sich im Tempelkomplex: Ein Parvati-Tempel aus dem 14. Jahrhundert, der Subramanya-Tempel, der Govindaraja-Tempel und Raja Sabha, eine Tausendsäule-Halle, die 100 m lang und 58 m breit ist.

Chidambaram ist von Chennai (Madras) oder Tiruchirapalli mit der Bahn erreichbar. Expressbusse verbinden die Stadt mit Chennai, Pondicherry, Thanjavur Trichy und Madurai.

Thanjavur

Die Stadt erlebte ihre große Zeit unter der Chola-Dynastie, welche zwischen dem 9. und 13. Jahrhundert weite Teile Südindiens beherrschte. Von den über 70 Tempeln ist der Brihadesvara-Tempel, der unter Raja Chola (985-1014) erbaut wurde, mit 95 m Höhe Indiens größtes historisches Bauwerk. Es hat 13 Stockwerke und ist streng pyramidenförmig angelegt. Besonders sehenswert sind die reiche Skulpturenschmuck und die Wandmalereien aus der Chola-Zeit. Etwa um 1550 wurde der nahegelegene Tempel von den Nayakas und teilweise den Marathas erbaut und beherbergt heute eine interessante Kunstgalerie, in welcher verschiedene Granit- und Bronzesatatuen der Chola-Zeit ausgestellt sind.

Kumbakonam

Liegt 36 km von Thanjuvar entfernt und ist in einer Stunde mit dem Bus zu erreichen. Die Tempel dieser Stadt sind berühmt für Skulpturen und Steinmetzarbeiten, unter denen sich viele erotische Darstellungen finden. Alle zwölf Jahre findet hier das Mahamaham-Fest statt, zuletzt 1992.

Tiruchirapalli (Trichy)

Besitzt mit seinem Felsentempel, der zugleich als Festung diente, ein einzig-artiges Wahrzeichen. 437 Stufen, in den Fels geschlagen, führen zu dem Vinayaka-Tempel, dem höchsten Punkt der Stadt. Hier sind auch einige Opahava-Höhlen und andere, zum Teil 1 300 Jahre alte Felsenhöhlen zu sehen. Nicht weit davon liegt der riesige Tempel Srirangam. Dieser aus dem 13. Jahrhundert stammende Tempel besitzt 21 Gopurams, die von sieben konzentrischen Wänden umgeben sind. Zudem ist Trichy ein wichtiges Handelszentrum.

Verkehrsverbindungen:

  Mit dem Flugzeug:
Indian Airlines verbindet Trichy mit allen großen Städten Indiens.

 
Mit der Bahn:
Trichy ist ein wichtiger Knotenpunkt auf dem Streckennetz der Southern Railways. Verbindungen bestehen unter anderem nach Chennai (Madras), Thanjur, Chidambaram, Madurai und Rameswaram.

Madurai

Die fast 2500 Jahre alte Stadt war einst Hauptstadt der Pandavan-Könige und ein Zentrum von alter tamilischer Kultur und Wissens. Das Straßenbild der altertümlichen Anlage, um 1650 von den Nayak-Königen angelegt, folgte dem Aussehen einer Lotusblüte. Heute ist die lebendige Stadt ein Zentum für Handel In der Mitte der Stadt liegt der Meenakshi Sundareswarar-Tempel Der riesige Tempelkomplex ist von Mauern umgeben und umfaßt Straßen, Teiche, Geschäfte, lange Kolonnaden sowie den Hauptschrein. Über 1000 Götterfiguren und Fabelwesen in grellen Farben schmücken den Tempel. Im Tempelmuseum befindet sich zudem die 1000-Säulen-Halle.

Verkehrsverbindungen:

  Mit dem Flugzeug:
Gute Verbindung nach Chennai (Madras), Bangalore, Coimbatore und Mumbai (Bombay).

 
Mit der Bahn:
Direkte Bahnverbindungen nach Chennai (Madras) oder Tiruchirapalli.
  Auf der Straße:
Expreßbusse fahren von/nach Chennai (Madras) und andere Landesteile.
  Unterkünfte:
Hotels aller Preisklassen stehen zur Verfügung.

Sehenswürdigkeiten:

Der Thirumalai Nayak Palace, der gut 1 km von dem Meenakshi Tempel entfernt liegt. Die Hauptattraktionen hier sind die musikalischen Pillare und die Wandelhallen. Jeden Tag findet hier eine Ton- und Lichtschau statt, die den Besuchern die klassische tamilische Form des Silappathikaram nahebringt.

Außerdem das Gandhi-Museum, das Government-Museum und der Teppakulam-See, wo einmal im Jahr (Januar/Februar) das "Floating Festival" stattfindet.

Rameswaram

Diese Insel liegt 173 km südlich von Madurai und ist ein bedeutender Ort der Hindus. Der Tempel, über 6 ha groß, mit der weltgrößten Kolonnaden-Anlage, die an dieser Stelle gestanden haben soll, wird von Millionen von Wailfahrern besucht. Einer Legende nach hielt Rama hier nach seinem Krieg mit Ravana an, um Lord Shiva anzubeten und um Buße zu tun dafür, daß er Ravana getötet hat. Unweit von Rameswaram liegen schöne Strände und die Pamban-Brücke.

Verkehrsverbindungen:

  Mit dem Flugzeug:
Der nächstgelegene Flughafen befindet sich in Madurai.

 
Mit der Bahn:
Rameshwaram ist direkt mit Madurai und Chennai (Madras) verbunden.
  Auf der Straße:
Verbindungen bestehen von und nach Madurai, Kanyakumari, Tiruchirapalli und Chennai (Madras).
  Unterkünfte:
Hotels im Standard- und Budget-Bereich stehen zur Verfügung.

Kanyakumari (Kap Komorin)

Südlichster Punkt der indischen Halbinsel und der Ort, an dem sich drei Meere treffen: Der Indische Ozean, die Bucht von Bengalen und das Arabische Meer. Zudem ist es der einzige Ort Indiens, an dem Sonne und Mond zur Vollmondnacht gleichzeitig aufgehen. Pilger aus aller Welt kommen außerdem hierher, um den der Jungfrau Gottes geweihten Tempel zu besuchen. Weiterhin gibt es in der näheren Umgebung wunderschöne Strände. Hier befindet sich auch das Vivekanand-Felsendenkmal, welches dem großen indischen Philosophen Swami Vivekanand gewidmet ist, der 1892 dort meditiert hat.


Verkehrsverbindungen:

  Mit dem Flugzeug:
Der nächste Flughafen befindet sich in Trivandrum.
  Mit der Bahn / Auf der Straße:
Direkte Verbindungen bestehen von Trivandrum und Madurai.
  Unterkünfte:
Standard-Hotels, Tourist-Bungalows und -Lodges stehen zur Verfügung.

Ausflüge:

Unter anderem nach Nagarcoil, ca. 20 km von Kanya-kumari, nach Udayagiri Fort (34 km) und zum 54 km entfernten Trivandum (Thiruvananthapuram). Weiterhin zum Padmanabhapuram Palace (45 km), einem schönen alten Holzgebäude im Kerala-Stil.

Courtallam - In 137 km Entfernung von Kanyakumari gelegen, finden sich hier neun malerische Wasserfälle, denen heilende Kräfte zugesprochen werden, da ihre Ströme durch Kräuterwälder fließen. Beste Reisezeit ist von Juni bis September. Der nächste Flughafen befindet sich in Madurai (1 60 km) und der nächste Bahnhof in Thenkasi (6 km).

Coimbatore - Coimbatore, auch als das "Manchester Südindiens" bekannt, hat mehr als 80 große Spinn- und Webmühlen. Ausflüge kann man unter anderem in die Bergstation Ooty und das Tierschutzgebiet Anamali machen.


NORDINDIEN

Punjab
Haryana
Delhi
Himachal Pradesh
Rajasthan
Jammu & Kashmir
Uttarakhand
Uttar Pradesh

OSTINDIEN

Goa
Maharashtra
Gujarat
Madhya Pradesh
Chhattisgarh
Daman & Diu
Dadra & Nagar Haveli

SÜDINDIEN

Kerala
Tamil Nadu
Puducherry
Lakshadweep
Karnataka
Andhra Pradesh
 

WESTINDIEN

Bihar
Sikkim
Andaman and Nicobar Islands
Arunachal Pradesh
Assam
Nagaland
Manipur
Mizoram
Tripura
Meghalaya
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