Chhattisgarh


Dieser indische Bundesstaat mit einer Fläche von 135 000 km² und 20 795 956 Einwohnern (Stand 2001) wurde erst 2000 aus den östlichen Teilen des Staates Madhya Pradesh gebildet. Er ist der 26. indische Bundesstaat. Über 70% der Bevölkerung gehören zu verschiedenen Volksstämmen. (http://chhattisgarh.nic.in/)

Chhattisgarh ist einer der wirtschaftlich starken Bundesstaaten Indiens: Viel Wald, Kohle, Eisen, Kalk, Dolomit, Diamanten, Industriezentren für Stahl und Aluminium und viele Zementfabriken. Davon profitiert aber wohl nicht die Bevölkerung, die überwiegend aus 35 großen und kleinen Stämmen der Adivasis besteht, den Nachfahren indischer Ureinwohner, die früher zurückgezogen in unwirtlichen Wald- und Gebirgsregionen lebten. Die Stämme der Adivasis wurden aus ihren Siedlungsgebieten verdrängt und die Ressourcen ihrer Gebiete - Tropenholz, Bodenschätze, Wasservorräte - wurden zur Ausbeutung freigegeben. Während sie in der Zeit der britischen Kolonialherrschaft Wälder, Flüsse und Felder frei nutzen konnten, gehören diese heute hauptsächlich privaten Großgrundbesitzern oder werden von der nationalen Mineraliengesellschaft NMDC kontrolliert. Diese arbeitet eng mit der internationalen Holzmafia zusammen und steht unter der Kontrolle der hinduistisch-nationalistischen Volkspartei BJP.

(s.a. http://de.wikipedia.org/wiki/Chhattisgarh)

Der südliche Teil des Bundesstaates befindet sich seit einiger Zeit unter der Kontrolle maoistischer Rebellen (Naxaliten). Am 28. Februar 2006 starben im Distrikt Dantewada über 50 Menschen bei einem Anschlag durch die Naxaliten. Diese legten eine Landmine, die einen Lastwagenkonvoi in die Luft sprengte, der von einem von der Regionalregierung organisierten Trainingscamp zurückkehrte. Das Lager dient der Ausbildung von Milizen, die den naxalitischen Aufstand niederschlagen sollen.

Die Naxaliten entstanden in den späten 1960er Jahren und sind nach dem Ort Naxalbari bei Darjeeling in Westbengalen benannt, wo 1967 ein unter der Führung einiger Mitglieder des linken Flügels der Communist Party of India (Marxist) (CPI(M)) stattfindender Bauernaufstand von der Polizei niedergeschlagen wurde. Hauptursachen für diesen und andere im selben Zeitraum ablaufende Bauernaufstände (am wichtigsten war derjenige in Srikakulam (Andhra Pradesh)) waren die Konzentration des Landes in den Händen weniger Großgrundbesitzer, die im Wesentlichen aus der britischen Kolonialzeit herrührte und die gesellschaftliche und ökonomische Diskriminierung der Adivasis durch die hinduistisch geprägte Gesellschaft.

Nicht zu den Naxaliten werden die primär nationalistisch motivierten, maoistisch inspirierten Bewegungen im Nordosten Indiens wie die United Liberation Front of Asom, der National Socialist Council of Nagalim in Nagaland oder die People's Revolutionary Party of Kangleipak in Manipur gezählt.


For more information please visit:

http://chhattisgarh.nic.in
http://cgtourism.nic.in


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